Im Jahre 1952 wurde bei den amerikanischen Präsidentschafstwahlen zum ersten Male ein Rechner eingesetzt. Er arbeitete vor den Kameras der Fernsehstationen. Was heute an Wahltagen mit Hochrechnungen der Computer in den TV-Studios schon zur lieben Gewohnheit geworden ist, hatte damals die Faszination des Erstmaligen, des Sensationellen. Der Rechner wurde mit Daten früherer Wahlen gefüttert - Ergebnisse der Vorwahlen wurden hinzugefügt. Der Rechner sollte nun für die im Gang befindliche Wahl "hellsehen", er sollte Prognosen für den Ausgang der Wahl liefern. Das lief auch alles ganz gut, doch dann verdeckten immer mehr Menschen das Blickfeld der Kameras. In Rudeln umstanden sie den Rechner, der nach den ihm eingegebenen Daten einen sensationellen Wahlsieg Eisenhowers vorhersagte. Innenpolitische Experten hielten die ausgegebenen Daten für unmöglich. Sie gaben dem braven, unbestechlichen Rechner so lange falsche Daten ein, bis er endlich einen nur knappen Wahlsieg Eisenhowers vorhersagte, den die klugen Experten für wahrscheinlich hielten. Aber: dieses - durch falsche Daten frisierte - Ergebniss schien allen plausibel. Was aber hatte der Rechner- mit korrekten Daten - objektiv "ausgegeben"? Er prophezeite, Eisenhower werde 43 von 48 Staaten mit 438 Wahlmännern erobern. Und das definierte Wahlergebniss? Es differierte um 4 Wahlmänner - Eisenhower bekam 434! Der Rechner erwies sich offensichtlich als ungleich objektiver als jene Experten, die ihm nicht glauben wollten und ihm ein manipuliertes Ergebniss "entlockten". Aus dem Sachbuch: Martin F. Wolters, "der schlüssel zum computer", erschienen 1969 im rororo Sachbuch Verlag Copyright Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und Wien, 1969